Camp-Organisation
Hinter den Kulissen: Wie ein Girls Torwartcamp entsteht
Vom Platz bis zur Elternkommunikation: Wie das Girls Torwartcamp „She Keeps the Game“ in Starnberg organisiert wurde – und was Vereine daraus mitnehmen können.

Wenn ich an ein Camp denke, sehe ich nicht zuerst eine Anmeldung oder einen Social-Media-Beitrag. Ich sehe die Menschen, für die wir etwas möglich machen wollen. Bei „She Keeps the Game“ sind das Torhüterinnen, die dieselben Chancen auf gutes Torwarttraining bekommen sollen wie Torhüter. Ein eigenes Girls Camp schafft dafür Raum. Meine Rolle liegt hinter den Kulissen: Ich organisiere, verbinde und kommuniziere. Auf dem Platz stehen Tom Deppisch und Bettina Horváth.
Die zweite Ausgabe fand am 11. Oktober 2026 auf dem Gelände der FT Starnberg 09 statt. Die Premiere war in den Pfingstferien 2026. Für mich ist dieses Projekt ein Beispiel dafür, wie Fußballorganisation und Chancengleichheit zusammengehören. Nicht als großes Versprechen, sondern als konkrete Aufgabe: die Voraussetzungen schaffen, damit die Trainerin und der Trainer sich auf das Training konzentrieren können.
Bevor der erste Ball rollt
Für ein Camp müssen zuerst Platz und Verein geklärt sein. Welche Fläche steht zur Verfügung? Wie passt der Ablauf zu den Bedingungen vor Ort? Ich sehe die Abstimmung mit dem Verein nicht als Nebensache, sondern als Grundlage. Eine gute Idee braucht einen Rahmen, in dem sie tatsächlich umgesetzt werden kann.
Genauso wichtig sind das Trainerteam und die Altersgruppen. Wer übernimmt welche Aufgabe? Für wen ist das Angebot gedacht? Wie lassen sich Informationen so vorbereiten, dass Familien verstehen, was sie erwartet? Diese Fragen gehören für mich vor die Veröffentlichung einer Einladung. Organisation heißt nicht, sportliche Entscheidungen zu übernehmen, sondern die nötigen Absprachen zusammenzubringen.
Anmeldung, Elterninformation und Einwilligungen
Die Anmeldung ist mehr als ein Formular. Sie ist der Beginn der Kommunikation mit den Familien. Ich möchte, dass Eltern erkennen können, an wen sie sich wenden und welche Informationen sie für die Teilnahme benötigen. Klare Angaben zu Ort, Ablauf und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern helfen dabei, Missverständnisse zu vermeiden.
Auch Foto-Einwilligungen müssen vorab bedacht werden. Ein Camp kann sichtbar sein, ohne dass jedes Kind im Bild erscheinen muss. Für mich gehören Teilnahme und Zustimmung zur Veröffentlichung von Aufnahmen getrennt behandelt. Gerade bei Minderjährigen ist eine gesonderte, freiwillige Einwilligung wichtig. Elterninformationen und Bildkommunikation sollten deshalb nicht erst am Trainingstag zum Thema werden.
Das sportliche Geschehen gehört dem Trainerteam
Tom Deppisch und Bettina Horváth bilden das Trainerteam. Bettina ist Torwarttrainerin der U15 des FC Bayern München und im Umfeld der ungarischen Juniorinnen-Nationalmannschaft tätig. Im Camp ging es um Koordination, Fang- und Falltechnik sowie Stellungsspiel im 1-gegen-1. Die sportliche Arbeit ist ihre Aufgabe; meine ist es, den organisatorischen Rahmen zu unterstützen.
Die Teilnehmerinnen kamen aus verschiedenen Landkreisen. Darunter war eine Torhüterin aus dem ungarischen Juniorinnen-Nationalteam. Namen nenne ich bewusst nicht. Mir ist wichtig, dass das Camp nicht auf einzelne Laufbahnen reduziert wird: Es geht um ein Angebot für Torhüterinnen und um ihre Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Alle sportlichen Leistungen laufen über Tom Deppisch als Anbieter.
Kommunikation, die zum Camp passt
Marketing und Kommunikation sind für mich Teil der Camp-Organisation, kein Zusatz am Ende. Welche Idee steckt hinter dem Angebot? Für wen ist es gedacht? Was müssen Eltern wissen? Website und Social Media sollten dieselbe Geschichte erzählen und die sportlichen Akteurinnen und Akteure sichtbar machen, ohne ihre Arbeit durch große Werbeversprechen zu überlagern.
Ich erzähle deshalb aus meiner Perspektive und halte die Rollen klar. Tom und Bettina trainieren. Ich kümmere mich um Organisation und Kommunikation. Ein Rückblick darf zeigen, was im Camp passiert ist, muss aber Einwilligungen respektieren und darf aus einem Trainingstag keine erfundene Erfolgsgeschichte machen.
Was Recruiting und Fußball verbindet
Beruflich bin ich Headhunterin, Interim-Recruiting-Managerin und Beirätin. Aus dem Recruiting bringe ich einen Blick auf Potenzial mit: Talente erkennen, sichten und aufbauen ist der rote Faden zwischen meinem Beruf und meiner Leidenschaft Fußball. Dabei geht es um Menschen, um Entwicklung und darum, Chancen nicht vom Geschlecht abhängig zu machen.
Ich spiele selbst nicht, meine beiden Söhne spielen. Ich bin weder Trainerin noch Spielerberaterin. Mein Beitrag ist, Menschen und passende Rahmenbedingungen zusammenzubringen. Frauen und Männer müssen dieselben Chancen haben; im Fußball gilt das für Spielerinnen und Spieler sowie Torhüterinnen und Torhüter. Das Girls Camp ist ein Beitrag dazu, nicht die ganze Antwort.
Was Vereine und Camp-Veranstalter mitnehmen können
Meine wichtigste Anregung ist, früh über Zuständigkeiten zu sprechen. Platz, Trainerteam, Zielgruppe, Anmeldung, Elterninformation und Einwilligungen gehören zusammen. Wenn diese Fragen geklärt sind, kann Kommunikation darauf aufbauen. Ein klares Angebot ist hilfreicher als ein lautes Versprechen.
Weitere Girls Camps sind in Planung. Für mich bleibt die Aufgabe dieselbe: sportliche Qualität nicht selbst zu behaupten, sondern die Organisation dahinter ernst zu nehmen. GoalConnect Sandra steht für Fußball allgemein. Elite GK Coaching on Tour ist unser gemeinsames Referenzprojekt für Camps für Torhüterinnen und Torhüter. Wer ein Camp oder Vereinsevent plant, kann mich für den organisatorischen Teil ansprechen.
Vereinsangaben beschreiben die sportliche Laufbahn; es besteht keine Kooperation mit dem FC Bayern München oder dem DFB.
